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Digitales Upcycling: So wandelst du Dead Content in Evergreen Content um!

von Jan Gebauer

Mit der Content-Pflege ist es ein bisschen wie in einer Autowerkstatt: Schrauben, montieren, polieren –  von vorne bis hinten muss alles perfekt sitzen! Ungefähr dieselbe Energie, Zeit und Muße empfiehlt es sich, in deinen Website-Content zu investieren: Bilder, Textbausteine, Info-Kästen, Downloads -  all das soll aktuell und ansprechend sein. Doch was ist mit dem veralteten Content? Ist das noch wertvoll für das Suchmaschinen-Ranking oder mit der Zeit doch schon zum „Dead Content“ mutiert? In diesem Beitrag erfährst du, wie du Dead Content erkennst und was es generell mit dem Digitalen Upcycling auf sich hat.

Dead Content“ erkennen

Um Dead Content zu ermitteln, überprüfst du zunächst die Lebensfähigkeit deines Contents. User-Kommentare und -Bewertungen sind dabei ebenso wichtige Hinweise wie auch sämtliche Social Signals - also Likes, Shares oder Tweets. Hinzu kommen die Analytics-Daten deiner Website, die Auskunft über die Besucherzahlen oder -werte geben, beispielsweise über die Verweildauer deiner User. Anschließend betrachtest du deinen Content genauer und deckst dabei eventuelle Gefahren auf.

Gefahrenkategorien I

  • Saisonaler Content: Ein Teil deines „Dead Contents“ kann auf saisonale Inhalte entfallen, wie zum Beispiel ein Bademodenspecial im Sommer oder ein Adventskalender. Die Klickzahlen schnellen im Dezember in die Höhe und fallen spätestens zu Neujahr. So geht auch nach dem Sommer das Interesse an leichter Badebekleidung zurück. Generell kein schlechter Content, den du jedoch jährlich und in den passenden Zeiträumen analysiert solltest.
  • Überflüssiger Content: Du hast viele Themen auf deiner Seite, die aber laut Klickzahlen keinen interessieren? Hier hast du dich womöglich strategisch verzettelt oder du möchtest inhaltlich einfach zu viel auf einmal abdecken. Natürlich ist es nicht tragisch, wenn einige Seiten mit formal ordentlichem Content auf der Website verweilen. Allerdings ist für den User eine Website mit schlanken und komprimierten Content letztendlich übersichtlicher.
  • Temporärer Content: Es wird immer Themen geben, die für einen gewissen Zeitraum eine wichtige Rolle spielen, jedoch nach und nach an Relevanz verlieren. Beispiel Corona: Das Thema ist aktuell in aller Munde. Doch niemand weiß genau, wie lange und intensiv uns das Thema noch begleiten wird. Die Informationen ändern sich täglich, sind überaus komplex und müssen zeitintensiv nachgehalten werden. Kannst du das leisten, ist alles fein. Ansonsten überlass es lieber dem Robert-Koch-Institut oder anderen Fachleuten.

Gefahrenkategorien II

  • Falscher Content: Es ist wichtig, die eigene Zielgruppe genau zu kennen und dementsprechend mit Inhalten zu bedienen. Dabei darf eine Website kein Gemischtwarenladen sein. Im Gegenteil, der Content sollte sich inhaltlich eng an das Kernthema deiner Website orientieren. Wichtig sind hier Format, Tonalität und Informationstiefe. Deshalb ist auch falsch platzierter Content schlichtweg falscher Content: In deinem Unternehmensblog sind zum Beispiel lange Litaneien über deine Produkte fehl am Platz - Pressemitteilungen oder werbliche News gehören in die dafür vorgesehenen Bereiche. So grenzt du dich in deinem Blog durch Ratgeberthemen oder Artikel mit echtem „Evergreen“-Mehrwert vom Rest ab.
  • Zeitkritischer Content: In deiner Branche gibt es immer wieder brandheiße Informationen, die schnell möglichst an die User gelangen müssen? Du greifst diese Themen allerdings erst dann auf, wenn alle anderen die Informationen bereits verarbeitet haben? Dann wird dich deine Konkurrenz in der Suchmaschine langfristig abhängen. Das gilt sowohl für den Content auf deiner Website als auch für die Kanäle, auf denen du die News streust (Social Media, Newsletter etc.)
  • Veralteter Content: Gerade bei Ratgebern im Bereich Finanzen, Steuer oder Kredite sind aktuelle Inhalte wichtig. Schließlich gibt es dazu jährlich offizielle Änderungen, an die du deinen Content entsprechenden anpassen solltest. Besonders tragisch: Veraltete Download-Center, in denen Formulare oder Broschüren jahrelang kein Update gesehen haben. Das verärgert die User!
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Gefahrenkategorien III

  • Technische Mängel: Perfekt aufbereiteter Content nutzt dir leider wenig, wenn deine Website unter technische Mängel leidet. Ein E-Book oder eine Infografik mit wertvollen Informationen lädt nicht innerhalb von wenigen Sekunden? Das ist fatal, denn gerade die Ladezeit deiner Seite beeinflusst die Absprungrate enorm! Merke: Erreichbarkeit, Bereitstellung und Usability sind das A und O, wenn es um deinen Content geht. Beim Google-Ranking ist auch Mobile First schon längst ein Top-Kriterium.

„Dead Content“ zu „Evergreen Content“ bearbeiten

Jetzt kennst du zwar die möglichen Probleme rund um Content auf deiner Website. Aber wie gehst du nun dabei vor, diesen „Dead Content“ wiederzubeleben und im Idealfall in „Evergreen Content“ zu wandeln? Evergreen-Themen sind zeitlos: Sie sind in der Regel weder an saisonale noch epochale Momente geknüpft und stellen für den User auf lange Sicht einen Mehrwert dar. Das ist gerade für die Suchmaschinenoptimierung definitiv nützlich, um dauerhaft Backlinks sowie Traffic zu generieren.

  • Ähnliche Beiträge und doppelten Content entfernen: Mit Tools wie der Google Search Console oder Sistrix kannst du Dubletten oder ähnlichen Content ermitteln. Solltest du aus bestimmten Gründen trotzdem nicht auf den wiederholenden Content verzichten können: Ziehe hier zumindest eine Canonical-Tag-Lösung in Betracht – Also eine Anwendung auf einer Unterseite, die Suchmaschinen beschreibt, auf welcher URL sich das Original der Seite befindet.
  • Veralteten Content löschen: Schnelllebige Branchen wie Technik oder Mobilfunk haben eine rasante Entwicklung, sodass dieser Content schnell an Relevanz verliert. Ob ein bestehender Content noch aktuell ist, prüfst du beispielsweise mithilfe eines Keywordrankings. Im Anschluss definierst du einen Soll-Zustand: Mit welchem Keyword rankt die Website tatsächlich und mit welchem Schlagwort sollte sie idealerweise im Ranking erscheinen. Vergiss hierbei die Weiterleitungen nicht!
  • Bestehenden Content optimieren: Ist der Content veraltet, aber durchaus noch brauchbar, sollte dieser analysiert und überarbeitet werden – mithilfe der bereits genannten Tools. Große Unternehmen setzen mittlerweile auf eine „Informationsdiät“: Das sind Websites, die übersichtlich und strukturiert mit reduziertem Content ihre Leistungen auf den Punkt präsentieren. Generell gilt es, komplexe Themen in Artikelform visuell ansprechend zu präsentieren. Beispielsweise helfen dir Zwischenüberschriften, Bullet Points und auflockernde Elemente wie Bilder, Videos, Akkordeons oder Teaser dabei, den Inhalt schmackhaft darzustellen.
  • Lass im Zweifel die Profis ran: Mal eben ein bisschen texten, Bilder knipsen und dann mit „Paint“ richtig Schwung ins Design bringen? Das war vielleicht vor 20 Jahren, als das Internet erst noch laufen lernte, in Ordnung. Mittlerweile handelt es sich dabei allerdings um Spezialdisziplinen, die nach eigenen Regeln arbeiten. Eine professionelle Website sollte von hinten bis vorne von Profis verantwortet werden, die genau wissen, was sie tun.

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Fazit

Die strategische Pflege und das Digitale Upcycling des Contents auf deiner Website darf nicht unterschätzt werden! Weshalb nicht direkt neuen Content erstellen? Eine berechtigte Frage, doch Content ist nicht nur „King“, sondern Content ist Kapital:

  • Dein bestehender Content hat bereits Vertrauen gesammelt und generiert Websitebesuche.
  • Du erhältst über deinen Content Einblicke, wer deine Zielgruppe ist.
  • Dein (guter) Content ist greifbar, lebendig und die Stimme deines Unternehmens.
  • Dein bestehender Content ist der erste Ort, um Ideen für neue Inhalte abzuleiten.

Du möchtest mehr zum Thema Content-Optimierung erfahren? Oder du benötigst Unterstützung beim Upcycling deines Contents? Nimm mit uns Kontakt auf! Wir beraten dich bei all deinen Belangen rund um deinen Website-Content.

Tags: Kreation & Innovation