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Wie Sie mit Design Thinking den digitalen Wandel vorantreiben

von Kerstin Fuderholz

Innovation ist der Motor unserer Wirtschaft. Und im Zeitalter der Digitalisierung kommen diese Innovationen immer häufiger und kurzlebiger, als vielen Unternehmen lieb ist. Was also tun? Design Thinking ist aktuell ein viel gehyptes Buzzword für den Innovationsprozess. Doch was ist Design Thinking überhaupt und ist es wirklich so sinnvoll, wie oftmals behauptet? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Design Thinking: Worum es hierbei wirklich geht

Die in Stanford entwickelte Methode des Design Thinkings gilt als DER Katalysator für einen funktionierenden Innovationsprozess. Die Grundlage im Design Thinking ist die absolute Konzentration auf die Bedürfnisse des Nutzers beziehungsweise Kunden.

Zuerst einmal werfen wir einen Blick darauf, worum es beim Design Thinking überhaupt geht. Im Grunde ist es ein Vorgehen für Unternehmen, um schnelle Lösungen kundenzentriert zu entwickeln. In Form eines Workshops werden Nutzerbedürfnisse identifiziert und darauf aufbauend dann Lösungen für diese Bedürfnisse entwickelt. Diese Lösungen werden dann getestet und stetig optimiert, bis man ein optimales Angebot hat. Schon David Kelly sagte: „We want to fail early to succeed sooner.“

Beim Design Thinking geht es aber auch vor allem darum, das ganze operative Team mit einzubinden und sich optimal mit dem Projekt identifizieren zu können. Das bedeutet auch, dass das Projektteam sich gemeinsam in einem Workshop zusammenfindet und gemeinsam die Lösungen entwickelt.

Probleme definieren und echte Lösungen finden

Beim Design Thinking redet man von zwei verschiedenen Räumen, die man während des Prozesses „besucht“:

  1. Problemraum und den
  2. Lösungsraum

Problemraum und Lösungsraum Design Thinking | sunzinet AG

Im Problemraum geht es erstmal nur um den Nutzer und darum, diesen anhand von verschiedenen Methoden wirklich zu verstehen. Optimal sind hier Interviews oder die schlichte Beobachtung von Nutzern. Wer möglichst schnell an Ergebnisse kommen möchte, bedient sich der ersteren Methode. Bei Interviews gilt die Regel, dass man mit mindestens zwölf Personen aus der Zielgruppe sprechen sollte, um ein grobes erstes Bild über die Bedürfnisse zu bekommen, denn zwölf qualitative Interviews decken ca. 80 Prozent der User Bedürfnisse auf.

Aus gewonnen Insights werden praxisnahe Designprinzipien

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Interviews werden nun auf Post-its übertragen und die Projektgruppe hat die Möglichkeit, Muster und Gemeinsamkeiten zu identifizieren, sogenannte Insights. Aus diesen Insights können nun Desingprinzipien abgeleitet werden.

Auf Basis dieser Informationen ist es der Projektgruppe nun möglich, eine Persona abzuleiten. Was für ein Mensch ist unsere Zielgruppe? Was verursacht ein schlechtes oder gutes Gefühl bei unserer Persona? Und in welchem Zusammenhang wird das Produkt von unserer Persona genutzt? Und wobei hilft es eigentlich genau?

Jetzt kommen wir der „Wie-können-wir-Frage“ immer näher und damit dem Ende des Problemraums. Das Bedürfnis des Kunden wird nun zusammenfassend in einer Frage dargestellt. Zum Beispiel: „Wie können wir es schaffen, dass Lukas ein Abo für unser Produkt abschließt?“ oder „Wie können wir Sabine helfen unser Produkt im Alltag zu integrieren?“

Der Design Thinking-Diamant

Wir haben nun divergent die Interviews geführt und am Ende des Problemraums anhand einer Persona das Problem über eine Fragestellung konvergiert. Wir erweitern erst einmal unser Wissen, um es danach final in einem Satz zusammenzufassen. Dieses Vorgehen ist typisch für den Design Thinking-Prozess. Man spricht dabei vom sogenannten Design Thinking-Diamanten. Dieser findet sowohl im Problemraum, als auch später im Lösungsraum Anwendung.

Im Lösungsraum werden wir dann kreativ. Wir nutzen unsere Kernfrage, um nun Lösungen für das Problem unserer Persona zu finden. Da wir jetzt sehr konkret sind, fällt es Menschen oft leichter, kreativ zu denken. Unterstützend kann man sich natürlich auch hier verschiedener Methoden bedienen. Wichtig ist: je mehr Ideen, desto besser. Und: alles ist erlaubt! Alle Ideen werden nun wertfrei gesammelt und ausgewertet. Welche der Ideen erscheint uns als die Geeignetste? Was glaubt das Projektteam sei die perfekte Idee für Lukas oder Sabine? Hierbei hilft auch die Buffet Methode:

  • Wie sehr würde Lukas / Sabine sich die Lösung wünschen?
  • Wie viel WOW-Potential hat die Idee?
  • Was ist technisch, finanziell und zeitlich im Rahmen?

Auch hier haben wir wieder zuerst divergent gearbeitet, um eine finale, brauchbare und umsetzbare Idee zu finden. Auf Basis dieser Idee kann nun der Prototyp entwickelt werden. Dies kann man im ersten Schritt z. B. anhand von Storyboards machen. Bereits dieser Prototyp kann getestet werden, indem man sich verschiedene Kernfragen stellt. Dabei sollten Lukas und Sabine immer im Fokus sein: Haben wir ein relevantes Problem von Lukas / Sabine gelöst? Und ist diese Lösung erstrebenswert? Was könnte Lukas / Sabine daran nicht gefallen? Usw.

Anhand dieser ersten Test-Phase kann der Prototyp bereits optimiert werden. Im Optimalfall hat man am Ende ein Produkt geschaffen, was dankend vom Nutzer angenommen wird. Auch Sie beschäftigen sich mit Design-Thinking und wollen sich kreativ einer Lösung nähern? Melden Sie sich bei uns, wir begleiten Sie auf dem Weg.

 

Kerstin Fuderholz 

Kerstin Fuderholz ist Head of Design bei sunzinet und liebt kreative, innovative Themen. Seit knapp zehn Jahren arbeitet sie bereits in der Kreativbranche, fünf davon bei sunzinet. Im Gegensatz zu schönen Designs ist schöne Texte schreiben  eigentlich nicht so ihr Ding, aber wenn sie etwas Spannendes erlebt, dann gehört das natürlich erzählt. 

Tags: Kreation & Innovation, Digitale Transformation